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Artikel im Schlieremer Magazin: „Hier steht eine Frau ihren Mann“

«Es war nicht immer einfach»

Das Führungsteam von Cutiss besteht aus fünf Personen, darunter drei Frauen. Eine davon ist die 52-jährige Kathi Mujynya Ludunge. Sie ist seit einem Jahr Chief Operating Officer. Cutiss hatte bis vor kurzem nur das Forschungslabor in Schlieren. Neu befinden sich auch die Büros des 2017 gegründeten Startups sowie die Produktionsräumlichkeiten hier. Mujynya Ludunges grösste Herausforderung ist deshalb gegenwärtig, die operativen Strukturen in Schlieren aufzubauen und zu festigen sowie die Zeitvorgaben und das Budget einzuhalten.

Cutiss ist ein Life-Science-Unternehmen, das personalisierte Hauttransplantationstechnologien zur Behandlung eines grossen Spektrums von Hautdefekten entwickelt. Die Marktzulassung für Europa für den am weitesten fortgeschritten Produktkandidaten, denovoSkin, wird für 2023 erwartet. Cutiss erreichte in diesem Jahr im Wettbewerb «Top 100 Swiss Startup Award» den 1. Platz. Das Unternehmen zählt dreissig Mitarbeitende.

Mujynya Ludunge hat an der Ecole Supérieure de la Santé in Neuenburg Biologie studiert und nachher einen Master in Business Administration an der Universität Genf gemacht. Später kam noch das Postgraduierten-Diplom in Management of Biotech and Pharmaceuticals Venture an der ETH Lausanne dazu. «Ich wollte schon immer die Übersicht haben und das grosse Ganze verstehen», sagt Mujynya Ludunge zu ihrem jetzigen Job. «Gleichzeitig möchte ich Organisationen positiv weiterentwickeln und meine Energie und Leidenschaft für Wissenschaft mit anderen teilen.» Mujynya Ludunge hat in den vergangenen 18 Jahren Teams in der Schweiz, den USA und Singapur geleitet.

Ihr Aufstieg in Leitungspositionen sei «nicht immer einfach» gewesen, erklärt Mujynya Ludunge. Einerseits sei es früher nicht üblich gewesen, dass Frauen auf mittlerer und hoher Führungsebene vertreten waren und auch die Verantwortung für ganze Teams trugen. Andererseits sei sie nicht nur eine Frau, sondern auch noch eine «Person of Color» – ihr Vater ist Kongolese, ihre Mutter Schweizerin. «Glücklicherweise ist die Welt im Jahr 2020 deutlich vielfältiger geworden», sagt Mujynya Ludunge.

Mujynya Ludunge arbeitet zwischen fünfzig und sechzig Stunden pro Woche. Es gelinge ihr aber inzwischen immer besser, an Wochenenden nicht an Arbeit zu denken, sagt sie. Ausserdem habe sie das Glück einer grossen Familie, die sie privat auf Trab halte. Mujynya Ludunge ist verheiratet und Mutter von fünf Kindern. In ihrer spärlichen Freizeit liest sie viel – «hauptsächlich zwischen 23 und 1 Uhr nachts». Zudem bauen sie und ihre Familie Obst und Gemüse für den eigenen Gebrauch an. Mit der Ernte des Gartens liebt sie es abends und an Wochenenden für Familie und Freunde zu kochen.

Von der Forschung in die Start-up Szene: Fabienne Hartmann-Fritsch

von Startupdate – 12. November 2020

«Flexibilität ist immer gefragt»

Wir hören weitaus mehr von Männern in Führungspositionen als von Frauen, dabei haben es Unternehmerinnen genauso drauf wie ihre männlichen Kollegen. Deswegen haben wir uns mit Fabienne Hartmann-Fritsch, Co-Gründerin der CUTISS AG, unterhalten. Im Interview erzählt sie uns, wen sie gerne mal zum Lunch treffen würde, was sie mit einigen Extra-Stunden pro Tag anstellen würde und ob sie jemals an ihrer Idee gezweifelt hat.

Fällt es dir schwer, Aufgaben an andere zu delegieren?

FABIENNE HARTMANN-FRITSCH: Aus der akademischen Forschung war ich delegieren gewohnt. Ein Team führen war jedoch eine Umstellung. Für mich persönlich wiegt die Verantwortung gegenüber den Patienten und den Behörden aber deutlich schwerer.

Wie setzt du Prioritäten?

Ich bin eine sehr organisierte Person, arbeite ganz klassisch mit Listen, und hake mit Freuden Erledigtes ab. Flexibilität ist aber immer gefragt, zum Beispiel wenn ein neuer Studienpatient kommt.

Hast du jemals an deiner Idee gezweifelt?

Nein, das medizinische Bedürfnis ist weltweit klar vorhanden. Aber am herausforderndsten ist sicher die kosteneffiziente Herstellung.

Was ist der beste berufliche Rat, den du je erhalten hast?

Caspar Coppetti’s “Get the sh*t done” finde ich wunderbar einfach und auch für uns zutreffend.

Was würdest du tun, wenn der Tag 30 statt 24 Stunden hätte?

Ich würde mich im Zoo Zürich als freiwillige Helferin melden, das wäre ein super Ausgleich für mich. Als Antarktis-Begeisterte am liebsten bei den Pinguinen.

Mit welcher Unternehmerin würdest du dich gerne mal zum Lunch treffen?

Cristina Mittermeier, die Gründerin von SeaLegacy, setzt sich mit ihrer Organisation für die Weltmeere ein. Ich würde mich gerne über ihre Herausforderungen im Aufbau und Führung ihrer Organisation austauschen.

Was war bisher der schönste Moment deiner Karriere?

Das erste Mal unsere Haut auf einem Patienten zu sehen, war ein bewegender Moment.
Welchen Rat würdest du dir selbst zur selben Zeit letzten Jahres geben?

Unseren Jahresplan 2020 auf eine Pandemie einzustellen… aber diesen Rat hätte ich sicher nicht befolgt.

Vielen Dank für das Interview!

Bevor die gebürtige Winterthurerin Fabienne Hartmann-Fritsch als Unternehmerin aktiv wurde, war sie lange in akademischen Kreisen unterwegs. 2013 promovierte sie an der Universität Zürich in der „Tissue Biology Research“-Unit, der Forschungsgruppe, in welchem die Grundlagenforschung zu ihrem Hautersatzprodukt «denovoSkin» gemacht wurde. Seit 2017 ist sie Co-Gründerin und Chief Clinical Officer bei CUTISS AG.

Die CUTISS AG ist ein schweizerisches Life-Science-Unternehmen, das sich zum Ziel gesetzt hat, Patienten mit grossen und tiefen Hautdefekten mit der ersten automatisierten, personalisierten Hautgewebe-Therapie, denovoSkin™, eine sichere, effektive und zugängliche Therapie für Kinder und Erwachsene anzubieten.

Beitragsbild: Frank Brüderli

Artikel im Magazin „Finanz und Wirtschaft“

Kaffee mit …
… Daniela Marino, Cutiss-Gründerin

Daniela Marino mag ihren Espresso
Macchiato heiss und stark. In einer heissen
Phase befindet sich auch das Unternehmen
Cutiss, das sie leitet. Aus zeitlichen Gründen
trinkt die CEO, die aus Italien stammt, ihren
Kaffee meistens im Büro, das sich in der
Nähe der Uni Zürich befindet. Dort wurde
Cutiss’ Technologie zur Produktion menschlicher
Haut ursprünglich entwickelt.
Weltweit leiden jedes Jahr mindestens
fünfzig Millionen Menschen unter grossflächigen
Hautverletzungen. Die heutige Standardbehandlung
besteht darin, an einer gesunden
Körperstelle Haut zu entnehmen und sie auf
die versehrte Stelle zu legen, damit sie dort wieder
anwächst und die Wunde schliesst. Es entsteht
also eine zusätzliche Verletzung, die ebenfalls
ihre Narben hinterlassen kann. Hier soll das Verfahren von Cutiss
einen Fortschritt ermöglichen. Es muss nur eine kleine Hautbiopsie entnommen
werden. Sie wird im Labor zerkleinert, die daraus gewonnenen
Zellen werden vermehrt und dann zusammen mit einem Collagen-Hydrogel
zu einem neuartigen Hautsubstitut zusammengefügt. Cutiss bewegt
sich damit in einer ähnlichen Kategorie wie die Hersteller von Zelltherapien,
bei denen ebenfalls Körperzellen entnommen, manipuliert und
wieder zugeführt werden.
In einer Phase-I-Studie wurde denovoSkin an zehn Patienten am Kinderspital
der Uni Zürich erfolgreich auf die Sicherheit untersucht. Swissmedic,
die Arzneimittelbehörde der EU (EMA) und ihr US-Pendant FDA
haben denovoSkin den Orphan-Drug-Status zugesprochen. Damit würde
das Produkt einen längeren Marktschutz geniessen und könnte auch
rascher zugelassen werden.
Erst einmal sind aber Phase-II-Studien nötig, in der die im Labor hergestellte
Haut nicht nur auf ihre Sicherheit, sondern auch auf ihre Wirksamkeit
untersucht wird. Diese Studien laufen bereits in der Schweiz und in den
Niederlanden. Sie sind teuer und dauern voraussichtlich bis 2022. Marino
ist deshalb auf der Suche nach zusätzlichen finanziellen Mitteln im Umfang
von 30 Mio. Fr. Einige bestehende Teilhaber seien zwar bereit, bei der Kapitalerhöhung
mitzumachen. «Wir suchen aber auch neue Aktionäre und wir
benötigen vor allem einen langfristigen Ankerinvestor, der mehrere Millionen
beisteuern und unsere Vision unterstützen würde», erklärt Marino.
Die 38-Jährige hat in Mailand Biotechnologie studiert und an der ETH
doktoriert. Im Rahmen eines Postdoktorats an der Uni Zürich hat sie dann
mit dem Tissue-Biology-Research-Team an der Züchtung und Produktion
von personalisierter Haut geforscht. Nachdem erste Studien am Menschen
positiv ausgefallen waren, machte es 2017 Sinn, für die weitere Entwicklung
ein Start-up zu gründen.
Die Arbeit im Labor ist nur der Anfang. «Der Durchbruch für diese
Technologie wird erst kommen, wenn es gelingt, den Herstellungsprozess
zu automatisieren», ist Marino überzeugt. Ihr Unternehmen betritt
so die Welt des Maschinenbaus. Dazu hat sie mit dem Ingenieurbüro
Zühlke und dem Centre Suisse d’Electronique et de Microtechnique
kompetente Partner an Bord geholt.
Innosuisse unterstützt die Entwicklung mit knapp 1 Mio. Fr. Insgesamt
hat Cutiss nun schon 21 Mio. Fr. eingesammelt, unter anderem 3 Mio. von
der Europäischen Union und 5 Mio. von Wyss Zurich, dem aus einer
Spende von HansjörgWyss gegründeten Inkubator der Uni Zürich und der
ETH. Cutiss bewegt sich also zwischen Biotech, Chirurgie und Prozessautomatisierung.
«Das macht es für uns nicht einfacher, Investoren zu
finden», gesteht Marino. Sie ist aber zuversichtlich, dass sie bald die
nötigen Gelder zusammen hat. Dies, obwohl die aktuelle Situation rund
um das Coronavirus auch bei Investoren zur Zurückhaltung führt.
Wenn die Resultate der Phase-II-Studien gut sind, könnte Cutiss bereits
einen Zulassungsantrag für denovoSkin einreichen. Rund ein Jahr später
könnte das grüne Licht der Behörden folgen. In erster Linie würden
Verbrennungsopfer profitieren. Daneben fiele auch dieWiederherstellungschirurgie
nach anderen Unfällen oder zum Beispiel rekonstruktive Eingriffe
zur Entfernung eines grossflächigen Muttermals ins Gewicht. Alleine das
wäre laut Schätzung von Cutiss ein Markt (Europa und USA) von 2 Mrd. Fr.
Auch Anwendungen in der Schönheitschirurgie sind denkbar.
Die Haut von Cutiss ist im Gegensatz zu bereits erhältlichen Produkten
dicker, besteht aus patienteneigenen Zellen und enthält sowohl eine dermale,
als auch eine epidermale Hautschicht und kann damit besser verwachsen,
die Wunden verheilen besser. Das führt auch zu weniger Vernarbung.
Das ist ein nicht zu unterschätzender Faktor, weil viele Patienten
für den Rest ihres Lebens psychisch unter Entstellungen leiden, die sie von
ihren Verletzungen und den folgenden Behandlungen davontragen.
Als aktuell grösste Herausforderung sieht Marino den anstehenden
Wachstumsschub ihres Unternehmens, das zwanzig Mitarbeiter zählt. Im
Biotechnopark in Schlieren entsteht das firmeneigene Forschungs- und
Entwicklungszentrum sowie eine Produktionsstätte. «Wir brauchen noch
mindestens zehn neue Mitarbeiter», sagt Marino. Ihren Espresso
Macchiato hat sie schon lange ausgetrunken. Sie schaut auf die Uhr und
verabschiedet sich freundlich.

Text: Rupen Boyadjian

Artikel in der Schweizer Illustrierte

Ihr Start-up geht unter die Haut

Sie gibt Brandopfern Hoffnung: Die Gründerin
Fabienne Hartmann-Fritsch züchtet mit Cutiss personalisierte Haut für Patienten mit Narben
oder Verbrennungen. Kinder profitieren besonders.

Text: Jessica Pfister, Foto (im Artikel): Fred Merz

Foto (oben): Geri Born

Biotech News in der Handelszeitung

Eine kurze Berichterstattung über CUTISS AG in der aktuellen Ausgabe der Handelszeitung.

„Sie haben eine Idee,
die wirklich hinhaut

Es läuft rund für Daniela Marino
(Bild links) und Fabienne
Hartmann-Fritsch (Bild
rechts). Die Gründerinnen
des Zürcher Startups Cutiss
haben Denovoskin entwickelt, ein biotechnisches
Verfahren, um Haut so zu rekonstruieren,
dass sie nicht vernarbt und den
Patienten nicht in seiner Bewegungsfreiheit
einschränkt, wie das bei den heute
gängigen Methoden zur Hautvermehrung
der Fall ist. Die Behandlung der
ersten Patienten ausserhalb der
Schweiz, in einer niederländischen
Klinik, ist erfolgreich gestartet…“

Le Temps

Interview Daniela Marino in „Le Temps“ (Französisch)

«A 7 ans, je voulais déjà être scientifique»

TECHNOLOGIES MÉDICALES En 2019, seulement une société sur quatre était fondée par une femme. A la tête de la start-up zurichoise CUTISS, qui veut révolutionner la greffe pour grands brûlés, Daniela Marino prouve que l’esprit d’entreprise se décline très bien au féminin.

Um den ganzen Artikel zu lesen, bitte dem Link folgen.

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