Von der Forschung in die Start-up Szene: Fabienne Hartmann-Fritsch

von Startupdate - 12. November 2020
«Flexibilität ist immer gefragt»

Wir hören weitaus mehr von Männern in Führungspositionen als von Frauen, dabei haben es Unternehmerinnen genauso drauf wie ihre männlichen Kollegen. Deswegen haben wir uns mit Fabienne Hartmann-Fritsch, Co-Gründerin der CUTISS AG, unterhalten. Im Interview erzählt sie uns, wen sie gerne mal zum Lunch treffen würde, was sie mit einigen Extra-Stunden pro Tag anstellen würde und ob sie jemals an ihrer Idee gezweifelt hat.

Fällt es dir schwer, Aufgaben an andere zu delegieren?

FABIENNE HARTMANN-FRITSCH: Aus der akademischen Forschung war ich delegieren gewohnt. Ein Team führen war jedoch eine Umstellung. Für mich persönlich wiegt die Verantwortung gegenüber den Patienten und den Behörden aber deutlich schwerer.

Wie setzt du Prioritäten?

Ich bin eine sehr organisierte Person, arbeite ganz klassisch mit Listen, und hake mit Freuden Erledigtes ab. Flexibilität ist aber immer gefragt, zum Beispiel wenn ein neuer Studienpatient kommt.

Hast du jemals an deiner Idee gezweifelt?

Nein, das medizinische Bedürfnis ist weltweit klar vorhanden. Aber am herausforderndsten ist sicher die kosteneffiziente Herstellung.

Was ist der beste berufliche Rat, den du je erhalten hast?

Caspar Coppetti’s “Get the sh*t done” finde ich wunderbar einfach und auch für uns zutreffend.

Was würdest du tun, wenn der Tag 30 statt 24 Stunden hätte?

Ich würde mich im Zoo Zürich als freiwillige Helferin melden, das wäre ein super Ausgleich für mich. Als Antarktis-Begeisterte am liebsten bei den Pinguinen.

Mit welcher Unternehmerin würdest du dich gerne mal zum Lunch treffen?

Cristina Mittermeier, die Gründerin von SeaLegacy, setzt sich mit ihrer Organisation für die Weltmeere ein. Ich würde mich gerne über ihre Herausforderungen im Aufbau und Führung ihrer Organisation austauschen.

Was war bisher der schönste Moment deiner Karriere?

Das erste Mal unsere Haut auf einem Patienten zu sehen, war ein bewegender Moment. Welchen Rat würdest du dir selbst zur selben Zeit letzten Jahres geben?

Unseren Jahresplan 2020 auf eine Pandemie einzustellen… aber diesen Rat hätte ich sicher nicht befolgt.

Vielen Dank für das Interview!

Bevor die gebürtige Winterthurerin Fabienne Hartmann-Fritsch als Unternehmerin aktiv wurde, war sie lange in akademischen Kreisen unterwegs. 2013 promovierte sie an der Universität Zürich in der „Tissue Biology Research“-Unit, der Forschungsgruppe, in welchem die Grundlagenforschung zu ihrem Hautersatzprodukt «denovoSkin» gemacht wurde. Seit 2017 ist sie Co-Gründerin und Chief Clinical Officer bei CUTISS AG.

Die CUTISS AG ist ein schweizerisches Life-Science-Unternehmen, das sich zum Ziel gesetzt hat, Patienten mit grossen und tiefen Hautdefekten mit der ersten automatisierten, personalisierten Hautgewebe-Therapie, denovoSkin™, eine sichere, effektive und zugängliche Therapie für Kinder und Erwachsene anzubieten.

Beitragsbild: Frank Brüderli
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